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Aufenthaltskarte für Familienangehörige (Gelesen: 3.274 mal)
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Antwort #30 - 25.04.2021 um 09:49:31
 
Die Logik der Begründung erschließt sich nicht.

Gesetzliche Vorschriften sind auf Sachverhalte anzuwenden, nicht auf früher ausgestellte Dokumente.

Die können der Logik eines völlig anderen Rechtssystems entspringen oder auch einfach unzutreffend ausgestellt sein.

Insbesondere bei Freizügigkeitssachverhalten, die ja eigentlich überall in der EU gleich behandelt werden sollten, gibt es so viele Unterschiede in der nationalen Anwendung ...

Wenn dann ein EU-Staat einen Freizügigkeits-Sachverhalt auf seine besondere Weise behandelt (z.B. einen AT nach nationalem Recht ausstellt), ist das kein Anlass und keine zulässige Begründung für eine vom EU-Recht abweichende Behandlung in Deutschland (hier: Der Verneinung von Freizügigkeit).
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Antwort #31 - 25.04.2021 um 10:27:44
 
quan2708 schrieb am 24.04.2021 um 21:34:15:
Ist das eine Ablehnung?  Können wir diese widersprechen?
Gibt es noch etwas zu versuchen oder ein Anwalt ist meine letzte Hoffnung?


Nein, das ist keine Ablehnung im rechtlichen Sinne, Aufenthaltskarten dürfen nur schriftlich und mit Begründung abgelehnt werden. Erst dann liegt eine Entscheidung vor, gegen die Rechtsmittel möglich sind. Die Aussage des Sachbearbeiters könnt ihr also erstmal ignorieren.

Es bleibt daher bei der Empfehlung, in diesem Fall ausdrücklich und schriftlich eine Aufenthaltskarte unter Nennung der Rechtsgrundlage (§ 12a i.V.m § 5 Abs. 1 Satz 1 FreizügG i.V.m Ziff. 1.4.2 VwV-FreizügG) und dem Hinweis, dass eine Ablehnung schriftlich zu erfolgen hat. Dazu braucht ihr noch keinen Anwalt, dieser wird erst notwendig sein, wenn die ABH sich schriftlich meldet und deine Frau zur beabsichtigen Ablehnung anhören möchte.

Im Übrigen ist die Begründung rechtlich nicht haltbar. Freizügigkeit entsteht wie dargelegt Kraft Gesetz, etwaige Dokumente bestätigen lediglich ein bestehendes Recht, begründen dieses nicht. Eine fehlende Aufenthaltskarte aus Rumänien bedeutet nicht, dass keine Freizügigkeitstatbestände vorgelegen haben. Auch eine mögliche fehlerhafte Entscheidung rumänischer Behörden entbindet die ABH nicht von der Pflicht, die Voraussetzungen selbst eigenständig zu prüfen.
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§ 1 Gesetz über die Begründung von Entscheidungen in Verwaltungsangelegenheiten
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Antwort #32 - 09.05.2021 um 23:49:16
 
Bayraqiano schrieb am 25.04.2021 um 10:27:44:
Rechtsgrundlage (§ 12a i.V.m § 5 Abs. 1 Satz 1 FreizügG i.V.m Ziff. 1.4.2 VwV-FreizügG)


warum nicht nach Ziff. 1.4.3 VwV-FreizügG ? Das ist zu meinem Fall viel näher.

Gleiches gilt, wenn Unionsbürger durch Einbürgerung die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben: Auf den Familiennachzug zu diesen Personen kommt dann Freizügigkeitsrecht zur Anwendung, wenn sie einen grenzüberschreitenden Bezug hergestellt haben, indem sie aus einem anderen Mitgliedstaat nach Deutschland umgezogen sind oder nach Ausübung der Freizügigkeit in einem anderen Mitgliedstaat hierher zurückgekehrt sind. Dies gilt ungeachtet der Tatsache, ob der Unionsbürger seine bisherige Staatsangehörigkeit aufgibt oder diese neben der deutschen Staatsangehörigkeit weiterhin beibehält (vgl. auch § 12 Absatz 2 Staatsangehörigkeitsgesetz). Ausschlaggebend ist hier die Herstellung eines grenzüberschreitenden Bezugs durch Ausübung der Freizügigkeit. Insofern kommt auf Familienangehörige, die einen Unionsbürger in das Bundesgebiet begleitet haben oder zu ihm nachgezogen sind, auch weiterhin Freizügigkeitsrecht zur Anwendung, wenn der Unionsbürger sein Freizügigkeitsrecht ausgeübt hat und dann durch Einbürgerung die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt.

Ich habe erst meine EU Freizügigkeit ausgeübt > dann eingebürgert >(dann verheiratet)> dann Familiennachzug.

Steht irgendwo das eine schon gebrachte EU Freizügigkeit erlischt sich durch deutsche Einbürgerung ?
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Antwort #33 - 10.05.2021 um 09:48:19
 
Da du aber zwischenzeitlich in Rumänien gelebt hast, war die Konstellation der Rückkehrerfreizügigkeit i.V.m Ziff. 1.4.2 VwV-FreizügG zunächst naheliegender.

Es spielt aber für das Ergebnis keine Rolle, denn in beiden Fällen ist der Anwendungsbereich des FreizügG eröffnet.
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Antwort #34 - 11.06.2021 um 14:09:35
 
Wir haben Schwierigkeiten bei der Beantragung einer Aufenthaltskarte bei der örtlichen ABH-Behörde. Unser zweiter Versuch:

  • -Zuerst (wegen Corona-Regeln) habe ich einen Termin mit der örtlichen ABH online beantragt.
  • -Ein paar Stunden später rief mich jemand von ABH an und sagte mir, dass sie zuerst die Unterlagen geprüft müssen und den Termin vorerst absagen werden.
  • -Ich habe die Dokumente per E-Mail gesendet und erwähnt, unter welcher Rechtsgrundlage ich den Fall zur Behandlung vorschlage
  • -dann habe ich ein paar Tage gewartet und nichts
  • -dann habe ich alle Unterlagen nochmal klassisch per Post verschickt
  • -2 Wochen später versuche ich erneut einen Online-Termin zu vereinbaren
  • -paar Stunden später ABH hat dem Termin abgelehnt: "Die Aufenthaltskarte kann erst nach Prüfung der Unterlagen ausgestellt werden. Nach abgeschlossener Prüfung erhalten Sie automatisch einen Termin für die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis."



Wäre es nicht normal, dass wir eine Antragsformular ausfüllen, wo angegeben ist, dass wir X anfordern, Dokumente Y beifügen und einen Nachweis Z erhalten, dass wir all dies getan haben?
Der Antrag kann dann von ABH genehmigt oder abgelehnt werden. Falls dem Antrag abgelehnt wird, können wir Wiedersprechen das Ablehnung.

Im Moment wir haben keine Bescheid und wir können nicht nachweisen das wir die Aufenthaltskarte beantragt haben.
Auch können wir nicht beweisen, dass ABH unsere Unterlagen erhalten hat.


Was konnten wir außer abwarten noch tun?




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Antwort #35 - 11.06.2021 um 16:22:50
 
Falls dein Wohnort so stimmt kannst du dich an die Regierung von Oberbayern als Aufsichtsbehörde wenden und dort den Sachverhalt schildern.

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