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EU-Staatsangehörigkeit bei Einreise in den Schengenraum regelmäßig angezweifelt (Gelesen: 570 mal)
frisbeescheibe
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06.06.2022 um 20:46:25
 
Hallo zusammen,

ein polnisch-irakischer Bekannter (31 Jahre alt) hat regelmäßig Probleme bei Einreise in den Schengenraum.
Die Echtheit seines Passes wird nämlich immer wieder angezweifelt, alleine in den vergangenen beiden Jahren dreimal.
Da er sehr viel reist, ist das ein echtes Ärgernis für ihn. Jedesmal wird dann der Pass auf Echtheit überprüft, was in einem Fall (in Griechenland) über zwei Stunden gedauert hat.

Zum Hintergrund:
Der Bekannte ist polnischer und irakischer Doppelstaatler (irakischer Vater und polnische Mutter).
Er hat recht dunkle Haut. Sein Name ist rein arabisch. Auch wurde er im Irak geboren, hat seine gesamte Kindheit und Jugend dort verbracht und ist erst zum Studium (vor dem Brexit) nach Großbritannien gezogen, wo er weiterhin lebt. Er war auch noch nie in Polen. Trotz polnischer Mutter spricht er kein Wort polnisch, da er nicht bilingual erzogen wurde. Er hat den Verdacht, dass ihm Staatsangehörigkeit einfach nicht geglaubt wird.

Kann er irgendetwas tun, damit es in Zukunft nicht mehr zu diesen für ihn oft demütigenden Situationen an Flughäfen kommt?

Vielen Dank für eure Antworten.

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deerhunter
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Antwort #1 - 06.06.2022 um 20:58:44
 
frisbeescheibe schrieb am 06.06.2022 um 20:46:25:
Er hat recht dunkle Haut. Sein Name ist rein arabisch. Auch wurde er im Irak geboren, hat seine gesamte Kindheit und Jugend dort verbracht und ist erst zum Studium (vor dem Brexit) nach Großbritannien gezogen, wo er weiterhin lebt. Er war auch noch nie in Polen. Trotz polnischer Mutter spricht er kein Wort polnisch, da er nicht bilingual erzogen wurde. Er hat den Verdacht, dass ihm Staatsangehörigkeit einfach nicht geglaubt wird.


Der Verdacht wird wohl richtig sein und den haben vermutlich die "Grenzbeamten" auch immer. Damit wird er wohl leben müssen!

frisbeescheibe schrieb am 06.06.2022 um 20:46:25:
Kann er irgendetwas tun, damit es in Zukunft nicht mehr zu diesen für ihn oft demütigenden Situationen an Flughäfen kommt?


Mir fällt nichts ein...außer fließend polnisch lernen
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lottchen
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Antwort #2 - 06.06.2022 um 21:09:10
 
deerhunter schrieb am 06.06.2022 um 20:58:44:
außer fließend polnisch lernen 

Wozu? Das würde ihm vielleicht bei der Einreise nach Polen helfen (wo er noch  nie war, ist also offenbar nicht sein Hauptreiseland). Bei der Einreise nach Griechenland, Frankreich oder England sind seine Polnischkenntnisse doch kaum von Bedeutung, da dort kaum jemand einschätzen kann ob er da wirklich polnisch palavert. 
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deerhunter
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Antwort #3 - 06.06.2022 um 21:17:31
 
lottchen schrieb am 06.06.2022 um 21:09:10:
Wozu? Das würde ihm vielleicht bei der Einreise nach Polen helfen (wo er noch  nie war, ist also offenbar nicht sein Hauptreiseland). Bei der Einreise nach Griechenland, Frankreich oder England sind seine Polnischkenntnisse doch kaum von Bedeutung, da dort kaum jemand einschätzen kann ob er da wirklich polnisch palavert. 


Aus dienstlicher Erfahrung gibt es fast überall "Polen" in irgendwelchen Jobs am Flughafen in Europa, dazu meist offizielle Übersetzer.
Wenn man denn überprüfen will, ob der Reisende mit dem polnischen Pass "Pole" ist,würde ich es so probieren! Ein paar polnische Worte und dann die Antwort darauf

Aber war ja nur eine Idee
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Aras
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Antwort #4 - 07.06.2022 um 09:22:59
 
Er könnte ja ne Geburtsurkunde mitnehmen, wo seine Mutter namentlich erwähnt wird. Und wenn die wieder in Frage stellen, dann kann man ja dann die Urkunde vorlegen und auf den Namen der Mutter zeigen und sagen: "Mama". Sollte natürlich lateinisch geschrieben sein Zwinkernd. Oder eben schauen ob er seine Geburt in Polen nachbeurkunden kann und dann ne mehrsprachige polnische Geburtsurkunde mit Apostille beschaffen. Und dann eben auf "Mama" zeigen.

Wenn er über Polen einreisen würde, gäbe es zumindest einmal polnische Einreisestempel. Die kann man ja auch mal zeigen.

Ansonsten ist es ja auch irgendwie klar, dass die den Pass in Griechenland genauer prüfen wollen, wenn ein Pole kein polnisch spricht.
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Antwort #5 - 07.06.2022 um 10:25:21
 
Aras schrieb am 07.06.2022 um 09:22:59:
Wenn er über Polen einreisen würde, gäbe es zumindest einmal polnische Einreisestempel. Die kann man ja auch mal zeigen.

Bist Du Dir denn so sicher, dass die Polen bei der Einreise einen Stempel in den Pass setzen?

Bei der Einreise in Deutschland wird zumindest bei Deutschen und dauerhaft aufenthaltsberechtigten Ausländern nämlich nicht gestempelt.

Sicher wären die polnischen Grenzbeamten ebenfalls überrascht, wenn ein polnischer Bürger kein Polnisch versteht und würden bestimmt auch genauer hinschauen und den Pass und die Person etwas intensiver überprüfen.
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« Zuletzt geändert: 07.06.2022 um 10:37:50 von Saxonicus »  

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Antwort #6 - 07.06.2022 um 10:37:30
 
Aras schrieb am 07.06.2022 um 09:22:59:
Er könnte ja ne Geburtsurkunde mitnehmen, wo seine Mutter namentlich erwähnt wird.

Und dann sinnvollerweise auch noch eine Passkopie der Mutter. Auch eine alte - Hauptsache die polnische StAng ist irgendwo glaubwürdig belegt.

Aras schrieb am 07.06.2022 um 09:22:59:
mehrsprachige polnische Geburtsurkunde mit Apostille 

Die würde dann auch ohne Apostille reichen.

Aras schrieb am 07.06.2022 um 09:22:59:
Wenn er über Polen einreisen würde, gäbe es zumindest einmal polnische Einreisestempel. Die kann man ja auch mal zeigen.

Na ja, wenn ich glaube, der Pass sei falsch, muss ich den Einreisestempeln auch nicht glauben.

Tatsächlich dürften bei Grenzübertritten in Polen die Prüfungen am schnellsten gehen. Die polnischen Grenzer dürften den Pass am besten kennen und sollten die schnellsten Kontrollmöglichkeiten haben.
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Antwort #7 - 07.06.2022 um 19:34:42
 
Vielen Dank schon einmal für eure Antworten.

An die Möglichkeit mit der Geburtsurkunde hat der Bekannte auch schon gedacht. Diese ist jedoch handschriftlich auf arabisch verfasst und schwer leserlich, mit allerlei bunten Stempeln und Aufklebern versehen. Außerdem möchte er sie nicht auf Reisen mit sich tragen, weil sie ja verloren gehen könnte. Inwieweit die Urkunde überhaupt im Fall des Verlustes ersetzt werden könnte, ist nämlich unklar. Das zuständige Standesamt in Mossul und dessen gesamtes Archiv sind vor ein paar Jahren in der Befreiungsschlacht zerstört worden.

Die Nachbeurkundung seiner Geburt wäre wohl laut polnischer Botschaft London vor Ort in Polen möglich, für ihn als Auslandspolen jedoch nur mit persönlicher Vorsprache bei einem für alle Auslandspolen zuständigen Standesamt in Warschau, wo die Wartezeiten auf einen Termin bei ca. 6 Monaten und die Dauer der eigentlichen Überprüfung bei weiteren 6 bis 12 Monaten lägen. Zusätzlich würden ihm Kosten für die Begleitung durch einen Dolmetscher und den zu übersetzenden Schriftverkehr entstehen. Ob die häufigen Identitätsüberprüfungen bei Einreise in den Schengenraum durch Vorlage dieser Geburtsurkunde beschleunigt würden, ist zudem unklar.

Gäbe es nicht eine Möglichkeit, Informationen zu vergangenen Echtheitsprüfungen seines Passes im Schengener Informationssystem zu hinterlegen?
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Aras
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Antwort #8 - 07.06.2022 um 19:58:47
 
Nein.
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Antwort #9 - 07.06.2022 um 20:26:55
 
frisbeescheibe schrieb am 07.06.2022 um 19:34:42:
Die Nachbeurkundung seiner Geburt wäre wohl laut polnischer Botschaft London vor Ort in Polen möglich, für ihn als Auslandspolen jedoch nur mit persönlicher Vorsprache bei einem für alle Auslandspolen zuständigen Standesamt in Warschau, wo die Wartezeiten auf einen Termin bei ca. 6 Monaten und die Dauer der eigentlichen Überprüfung bei weiteren 6 bis 12 Monaten lägen. Zusätzlich würden ihm Kosten für die Begleitung durch einen Dolmetscher und den zu übersetzenden Schriftverkehr entstehen. Ob die häufigen Identitätsüberprüfungen bei Einreise in den Schengenraum durch Vorlage dieser Geburtsurkunde beschleunigt würden, ist zudem unklar. 


Wenn er das nicht will, muss er damit leben immer wieder sehr intensiv kontrolliert zu werden.

frisbeescheibe schrieb am 07.06.2022 um 19:34:42:
Gäbe es nicht eine Möglichkeit, Informationen zu vergangenen Echtheitsprüfungen seines Passes im Schengener Informationssystem zu hinterlegen?

Nein, gibt es nicht
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