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Arbeit UND Integrationskurs? (Gelesen: 3.903 mal)
milka1264
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25.07.2007 um 00:05:04
 
Hallo!

Habe soeben die Beiträge zu pinkys Thema "Arbeit oder integrationskurs??" gelesen.

Bei meinem Mann ist nämlich genau dieser Fall jetzt eingetreten und das ist echt ein Problem!
Er ist seit Ende Februar hier, besucht seit Mai den Integrationskurs (früher gab es leider keine Plätze) und hat seit dem 12. Juli eine Arbeitsstelle.
Er arbeitet im 3-Schicht-Wechsel und würde somit 1-2 Wochen im Monat fehlen.
Er besucht die Kurse mit Begeisterung, geht aber auch gern arbeiten und will weder Kurse noch Arbeit schmeißen.
Die Schule bietet nur Vormittagskurse an. Jetzt habe ich dort angerufen, ob er nicht, wenn er dann Frühschicht hat, in dieser Woche nachmittags in einer anderen Schule Kurse besuchen kann und während der Spätschicht-Woche die Kurse in der Schule macht, in der er angefangen hat.
Man sagte mir, das ginge nicht, er könne nur bei einem Bildungsträger angemeldet sein.
Aber wieso, wenn wir das doch sowieso von Anfang selbst gezahlt haben und weiter zahlen werden??  Dann kann es doch dem Staat egal sein, wieviele Schulen er besucht, oder?

Also, ich verstehe die Integrations"logik" nicht so richtig. In der Theorie hört sich alles gut an: 6 Monate lang täglich 5 Std. Integrationskurs, nach Möglichkeit nicht von öffentlichen Mitteln abhängig sein usw.,
aber in der Praxis? Wie soll man denn da beides vereinen? Oder hat das Gesetz dabei an einen 400€-Job neben den Kursen gedacht?
Bei so einem Job will ihn aber keiner haben, weil er noch nicht genügend Sprachkenntnisse hat, was in einer Firma ja oft nicht so zum stark Tragen kommt.

Zitat:
Zitat:
§ 44a Verpflichtung zur Teilnahme an einem Integrationskurs
....
(2) Von der Teilnahmeverpflichtung ausgenommen sind Ausländer,

1. die sich im Bundesgebiet in einer beruflichen oder sonstigen Ausbildung befinden,
 
2. die die Teilnahme an vergleichbaren Bildungsangeboten im Bundesgebiet nachweisen oder
 
3. deren Teilnahme auf Dauer unmöglich oder unzumutbar ist.

Die Annahme einer Arbeitsstelle, verbunden mit ungünstigen oder langen Arbeitszeiten, würde ich unter Punkt 3 stellen.


habe ich gelesen und stimme dem zu.
Der Punkt ist doch aber, dass mein Mann die Kurse besuchen WILL.
Er muss die Sprache doch lernen! Und ich kann's ihm auch nicht beibringen, weil ich mitten im Uni-Abschluss stecke. Auf der Arbeit lernt er schließlich auch keine Grammatik - da lernt er eher italienisch und türkisch als deutsch  Zwinkernd

Gibt es wirklich keine Möglichkeit für ihn, noch eine weitere Schule zu besuchen?


Mit bestem Dank schon mal,

milka1264
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nixwissen
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Antwort #1 - 25.07.2007 um 01:01:53
 
Hi,

Das kann aus mehreren Gründen so nicht funktionieren.
Zum einen macht es wenig Sinn, mal hier und mal da eine Woche den Kurs zu besuchen. Da macht er in der einen Woche das, was er gerade letzte Woche in dem anderen Kurs hatte und dann wird was durchgenommen, was auf letzter Woche aufbaut, wo er in der anderen Schule war. Das macht nichtmal innerhalb der selben Schule Sinn.
Ausserdem zahlt ihr nur etwa 40% selbst, den Rest trägt Vater Staat. Das wird natürlich nur für einen Träger übernommen.
Einzige Möglichkeit wäre, daß ihr die zweite Schule komplett selbst zahlt. Dann kostet der Spaß aber nicht nochmal 630€ sondern eben etwa das 2,5-fache.
Aber wie gesagt, Sinn macht das ohnehin nicht.

Kann er nicht vielleicht mit dem AG und/oder Kollegen reden, daß er möglichst nicht diese Schicht vormittags machen muß?
Wenn er das damit nur teilweise hinbekommt, solltet ihr aber auch nochmal mit der Schule reden. Einfach so fehlen geht nämlich auch nicht. Die Teilnahme ist Pflicht und wenn er zu oft fehlt gibt es womöglich nachher keine Bescheinigung.
Glauben die aber an seine Motivation, kompensiert er die Fehlzeiten mit Eigeninitiative und macht am Ende vielleicht auch noch das Zertifikat Deutsch, sollte das gehen.

Wir haben übrigens das Zertifikat Deutsch für meine Frau gestern abgeholt. 

Gruß,
Norbert
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Ich bin nur Laie und meine Aussagen sind nur meine Meinung bzw. Interpretation nach bestem Wissen. Sollte ich mal Dummfug schreiben, werde ich hoffentlich korrigiert!
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Kader
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Antwort #2 - 25.07.2007 um 09:17:56
 
Hallo Milka,

das beste ist wirklich, ihr sprecht mit eurem Arbeitgeber, ob es bis zum
Zeitpunkt X nicht möglich ist, daß dein Mann nur Spät - und Nachtschicht
arbeitet. Haben wir auch so gemacht und es funktioniert.
Es gibt immer jemanden, dem die Frühschicht lieber ist, man muß halt fragen.

Zu den Integrationskursen kann ich nur sagen ( bei unserer jetzt ) ich halte es
für einen Witz. Auf der einen Seite werden die Ausländer angehalten diesen Kurs zu besuchen, finde ich ok und ist auch richtig.
Bei meinem Mann z.B. befinden sich 72 jährige Russinen im Kurs, die einfach nur Anwesend sind. Heute nach einem halben Jahr ( er  macht den Kurs über die VHs) immer noch kein Wort kapieren und die Hausaufgaben von Ihren Enkeln machen lassen. Genauso Türken, Philippinen, Sri Lanka, Bulgaren usw. In der ganzen Truppe sind von 16 Personen 2!!!! die jetzt nach der A2 Zwischenpüfung
mehr wie 80 % haben, der Rest liegt noch weit hinter 20%.
Da frage ich mich dann, warum diese Leute weiterkommen?? Sie werden dann auch die 600 Stunden absolvieren, wissen aber ( zum Teil durch Unlust) genausoviel von unserer Sprache wie vorher.

Ich frage mich allen Ernstes, warum man hier dann nicht "härter" vorgeht, meines
Erachtens bringt dann ein Integrationskurs wirklich NULL .

Da muß man sich dann wirklich fragen, was diese Gesetz einem sagen soll ????

LG
Kader

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trixie
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Antwort #3 - 25.07.2007 um 09:55:25
 
Kader schrieb am 25.07.2007 um 09:17:56:
Ich frage mich allen Ernstes, warum man hier dann nicht "härter" vorgeht,


Welche Härte könntest du dir vorstellen? Du schreibst selber, dass im Kurs u. a. der Altersunterschied sehr groß ist. Das macht sich sicherlich auch beim Lernen bemerkbar, da man sich als junger Mensch i. R. mit dem Lernen leichter tut, als als älterer Mensch.

Aber mit den nun benötigten Sprachkenntnissen für den Daueraufenthalt in Deutschland wäre ja der erste Schritt schon getan, um die Menschen zum Erlernen der Sprache zu zwingen. Dass die noch laufenden I-Kurse das nicht mehr ausgleichen können, liegt in der Natur der Dinge.

trixie
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Antwort #4 - 25.07.2007 um 11:30:02
 
@nixwissen:
da hast völlig Recht - zwei Schulen bringen echt nichst.
Zitat:
Dann kostet der Spaß aber nicht nochmal 630€ sondern eben etwa das 2,5-fache.

So viel Geld haben wir nicht, jetzt verstehe ich auch, warum man nur bei einer Schule angemeldet sein darf.
Glückwunsch an deine Frau!  Smiley

Ich werde nocheinmal mit dem Arbeitgeber sprechen. Mein Mann hat über eine Zeitarbeitsfirma den Job bekommen und ich bin so blöd gewesen und habe dort gefragt, ob er nach Möglichkeit keine Frühschicht machen müsste. Das wurde schlichtweg ignoriert. Den Plan macht doch aber die Abteilung in der Firma. Also werde ich mal mit dem Abteilungsleiter/Vorarbeiter sprechen. Danke für den Denksnstoß mit dem Stichwort "Kollegen". Dass ich da nicht selber drauf gekommen bin... Lippen versiegelt

@Kader:
Zitat:
Sie werden dann auch die 600 Stunden absolvieren, wissen aber ( zum Teil durch Unlust) genausoviel von unserer Sprache wie vorher. 

Wie schaffen die denn dann die Abschlussprüfung??? Es muss doch für ein Zertifikat, meines Wissens, beides gegeben sein: Anwesenheit und bestandene Prüfung, oder?

Zitat:
Ich frage mich allen Ernstes, warum man hier dann nicht "härter" vorgeht

Bei meinem Mann im Kurs gibt es 2 Marokkaner, die seit 7(!!!) und 15(!!!) Jahren in Deutschland leben und noch weniger deutsch können als er selbst.
Ich frag mich, was diese Leute die ganze Zeit über hier gemacht haben?!?

Eben diese beiden mischen auch ständig den ganzen Kurs auf und benehmen sich wie pubertäre Kids. Sie äffen die Kursleiterin nach (die wirklich super ist), machen nur Mist und widersetzen sich wirklich ALLEM.
Solche Leute sind echt noch schlimmer als altersbedingte Bremsen.
Wie man da aber "härter" vorgehen soll, weiß ich nicht.
Ich denke mit Zitat:
mit den nun benötigten Sprachkenntnissen für den Daueraufenthalt in Deutschland wäre ja der erste Schritt schon getan, um die Menschen zum Erlernen der Sprache zu zwingen. Dass die noch laufenden I-Kurse das nicht mehr ausgleichen können, liegt in der Natur der Dinge.
hat trixie schon Recht.

Mich ärgert nur, dass es Menschen gibt, die  die Kurse tatsächlich brauchen und gern hingehen, für die das Arbeitsamt NICHT die Kosten übernimmt, genau diesen Menschen dann aber Steine in den Weg gelegt werden, wenn sie Arbeit haben (was ja sehr wichtig ist).
Auf der anderen Seite gibt es solche Menschen wie von Kader und mir beschrieben, die das ganze auch noch bezahlt bekommen und sich ihren A... nicht aufreißen müssen, um mehr oder weniger "normal" in DE zu leben.

da bringen Unterbedingungen wie:
Zitat:
Zitat:
§ 44a Verpflichtung zur Teilnahme an einem Integrationskurs
....
(2) Von der Teilnahmeverpflichtung ausgenommen sind Ausländer,
1. die sich im Bundesgebiet in einer beruflichen oder sonstigen Ausbildung befinden,
2. die die Teilnahme an vergleichbaren Bildungsangeboten im Bundesgebiet nachweisen oder
3. deren Teilnahme auf Dauer unmöglich oder unzumutbar ist.


auch nichts, wenn ein Mensch diese Kurse unbedingt braucht und von der Teilnahme eben NICHT ausgeschlossen werden MÖCHTE.

Das Integrationsgesetz sollte wirklich mehr differenzieren.
ES sollte doch eine Änderung geben, oder?
Ist die schon durch?

LG,

Milka
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Kader
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Antwort #5 - 25.07.2007 um 12:19:33
 
@trixie

Klar, das ist DIE Frage. Und Milka spricht mir aus der Seele. Bei meinem Mann im Kurs ist ein Türke, der ist seit 15 Jahren hier, hat immer bei Türken gearbeitet,
ist jetzt Arbeitslos und lernt jetzt Deutsch. HALLO da läuft doch prinzipiell hier
was falsch. Er sitzt nur seine Zeit ab, damit er anwesend ist. Mein Mann hat dann mal gefragt, wann er denn mal anfangen will was zu lernen, und bekam zur Antwort, wäre nicht nötig, Anwesendheit wäre ausreichend für`s Zertifikat und
das würde eh jeder bekommen ( Viele Verwandte hätten es angeblich auch schon und könnten kein Deutsch und es würde Sie auch nicht interessieren)

Ich weiß halt nicht ob es definitiv stimmt und mein Mann kommt oft voll demotiviert wieder heim und fragt MICH, warum Deutschland sich das alles
Gefallen läßt. Tja da bleibe ich ihm auch viele Antworten schuldig.

Er lernt zuhause mit mir ohne Ende und spricht nach Einem Jahr schon so gut
Deutsch wie manche nicht, die seit 30 Jahren hier sind.

Ich hoffe halt nur, daß Wirklich nur die Leute ein Zertifikat bekommen, die auch
etwas verstehen und im Unterricht mitbekommen. Ich meine, unsere Kinder sitzen wie lange in der Schule und daß unsere Partner das nicht in 600 Stunden alles intus haben, ist mir klar.

Aber wenn z.b. Zwischenprüfungen gemacht werden, und dort klipp und klar feststeht, daß gewisse Schüler noch nicht mal eine Antwort auf die Frage
"Wie heißen Sie" geben können, frage ich mich, warum diese weiterkommen ???

Und Milka hat vollkommen recht, diejenigen, die Sozialhilfe beziehen bekommen den Kurs voll "gesponsort" und lachen sich über unseren Staat halb kaputt und die die ehrlich was lernen wollen bekommen den Unterricht noch durch solche
Personen kaputt gemacht. Das stößt mir auch etwas auf.

Ändern können wir leider nichts daran aber man kann ja mal die Luft rauslassen

Gruß
Kader
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Antwort #6 - 25.07.2007 um 12:56:58
 
Hi,

Die Teilnehmer müssen nur teilnehmen. Keiner kann bestraft werden, weil er nicht so clever ist beim Lernen.
Bei meiner Frau im Kurs war das vor allem am Anfang auch ziemlich übel. Bunt zusammengewürfelt von Analphabeten bis Akademikern, wobei der eine Akademiker, ein Latino, erstaunlicherweise rein nichts kapiert hat.
Ein Mädel aus Westafrika konnte bis vor einem Alphabetisierungskurs von 3 Monaten gerade mal ihren Namen schreiben.
Eine andere Frau aus Afghanistan konnte nichtmal in ihrer Muttersprache lesen oder schreiben.
Aber wie will man das lösen? Eine Differenzierung nach Vorbildung wäre vielleicht eine Chance für die Motivierten aber in den "schlechteren" Gruppen passiert dann wohl kaum noch was.
Eigentlich ist die Pflicht zum Kurs nicht wirklich sinnvoll. Wer nicht will oder kann lernt da auch nix und bremst die Leute wie meine Frau und die anderen Motivierten aus.
Als einzige Sanktion sehe ich Erfolgsnachweise andernfalls Kürzung von Hartz4. Wer ohne Staatsknete auskommt, dem kommt man auch mit einer Pflicht zum Kurs nicht bei. Verweigerung der NE wenn die Leute nach 3 Jahren immer noch kein Deutsch können fände ich etwas hart, zumindest wenn sie glaubhaft machen können, es versucht zu haben. Aber moment, ist das nicht schon so? Einfache Deutschkenntnisse nötig für die NE?

Für den wichtigsten Punkt halte ich die Förderung der Kurse. Sonst ist das für Normalverdiener etwas heftig und viele die wollten, könnten nicht.

Meine Frau hat übrigens das Zertifikat auf dem Niveau B1 mit knapp 80% bestanden, obwohl sie im Kurs nur bis A2 gekommen sind (das sind nur 2/3 von B1).
Das ging nur mit viel eigener Lernerei und meiner Hilfe.
Ich schätze, daß höchstens 1/3 des Kurses das bestanden hat (mind. 60% ist die Schallmauer zum Bestehen).

Jetzt geht es aber weiter, wenigstens ein paar Monate soll sie noch weiter Kurse besuchen. Das wird zwar teurer aber da dort nur noch Leute sitzen die freiwillig mehr Deutsch lernen wollen, wird hoffentlich auch das Niveau besser.
Für uns sind die Kosten zwar kein wirkliches Problem aber mir ist schon klar, daß 2-300 Euro/Monat für viele zu heftig ist. Das sollte Einkommensabhängig weiter gefördert werden.

Gruß,
Norbert
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Antwort #7 - 26.07.2007 um 09:09:25
 
Hi,

nein, ich will auch niemanden verurteilen wenn ihm das Lernen nicht leichtfällt. Das war nicht meine Absicht. Ich weiß, daß Deutsch eine schwere Sprache ist,
fängt ja schon mit unseren heißgeliebten Artikel an  Zwinkernd

Und einfacher haben es nun mal ohne Zweifel diejenigen, die mit Deutschen
verheiratet sind, weil ihnen unter "normalen" Umständen außer Deutsch zu
lernen keine Chance bleibt.

Landsleute untereinander werden "freiwillig" selten Deutsch lernen.

Ich finde es halt schade, daß Gesetzte in Deutschland mal wieder nur "halb"
Ernsthaft durchgezogen werden. Sie müssen den Integrationskurs machen,
es wird aber nicht nachverfolgt, wie gut der Stand der Deutschkenntnisse dann ist. Damit kann in meinen Augen allgemein keine INTEGRATION erzielt werden.

Und ich kenne genug, die sich über diese Regelung kaputtlachen, wirklich nur
ihre Pflichtstunden absitzen und die Deutsch und unser Land überhaupt nicht
interessiert, die mir schon zu verstehen gegeben haben, Deutschland ist nur
zum Geldverdienen gut. HALLO, da schwillt mir der Hals.
Leider ist es so, daß diese Menschen dank vieler Gesetzeslücken damit ja auch hier leben können wie die Made im Speck. ( bissi übertrieben aber der Sinn sollte zu verstehen sein) und man denen dummerweise noch nicht einmal einen Vorwurf machen kann.


Ach ja, auch ich werde nichts dran ändern können. Kann nur zusehen, daß der Hals nicht irgendwann platzt.

Gruß
Kader
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Antwort #8 - 26.07.2007 um 09:35:12
 
Kader schrieb am 26.07.2007 um 09:09:25:
Und ich kenne genug, die sich über diese Regelung kaputtlachen, wirklich nur  
ihre Pflichtstunden absitzen und die Deutsch und unser Land überhaupt nicht

Und ganau das dürfte sich künftig mit dem Vorweisen müssen von einfachen Deutschkenntnissen ändern.

Jetzt sind eben noch die Altreliquien zu überbrücken, welche es irgendwann nicht mehr geben wird.

Dass es schwierig ist, neben der Arbeit Deutsch zu lernen, stelle ich außer Frage. Aber wo ein Wille, ist auch ein Weg.

trixie

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Antwort #9 - 26.07.2007 um 09:46:16
 
Zitat:
Meine Frau hat übrigens das Zertifikat auf dem Niveau B1 mit knapp 80% bestanden, obwohl sie im Kurs nur bis A2 gekommen sind (das sind nur 2/3 von B1).



Interessant, ist also woanders auch (schlechte) Praxis.
siehe
http://www.info4alien.de/cgi-bin/forum/YaBB.cgi?num=1182237835

Grüße

Jetflyer
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Antwort #10 - 27.07.2007 um 00:32:51
 
Hallo,

wusste bislang nicht, dass B1 gebraucht wird, um eine NE zu bekommen.
Dank euch, bin ich nun etwas schlauer geworden und hab das auch gleich meinem Mann weitergegeben.
Jetzt zittert er, weil er der Meinung ist, das das Nivaeu des Kurses sicherlich keine B1-Stufe erreichen wird. Überhaupt hat er Angst, durch die verpassten Stunden wegen der Arbeit, zu wenig gelernt zu haben und die B1-Prüfung womöglich gar nicht bestehen würde.

Ich war eben auf dem von jetflyer eingebrachten link:
http://www.info4alien.de/cgi-bin/forum/YaBB.cgi?num=1182237835

dort habe ich gelesen:
Zitat:
A2 reicht für Deutschverheiratete zur N.E. , vielleicht auch schon A1.
Trifft dann erfolgreicher Abschlußtest B1 da nicht zu?
Wird zumindest nach § 28 Absatz 2 nicht gefordert!


Die vielen Beiträge dort haben mich ein wenig verwirrt. Heißt das jetzt konkret: für Verheiratete mit einem Deutschen Bürger, würde A2 für eine NE ausreichen? Und stimmt das auch???
Mein Mann ist wie gesagt, erst seit Ende Februar hier, ich nehme an, wenn er in 2,5 Jahren die NE beantragen wird, wird er sicherlich genügend Kenntnisse haben.
Aber was ist, wenn nach diesen 600 Std. auf seinem Zertifikat steht "teilgenommen" und nicht "erfolgreich teilgenommen" (oder was auch immer da draufstehen muss)?

LG,
Milka

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Antwort #11 - 27.07.2007 um 01:33:48
 
Hi,

Nun schieb mal keine Panik.
Wegen etwas geringerer Deutschkenntnisse wird ein deutsch verheirateter nicht rausgeschmissen Zwinkernd

Wenn er bei der Beantragung der NE zumindest mitreden kann, wird es da vermutlich keine Probleme geben.
Er wird dann schon genug Deutsch können, da mache Dir mal keine Sorgen.
Mit so einer Motivation wie Du es beschreibst, werdet Ihr über diese Sorgen in 2,5 Jahren vermutlich lachen.

Und selbst wenn: Dann gibt es erstmal wieder eine befristete AE und ausser daß Ihr nach 1-2 Jahren oder so wieder hin müsst ändert das im Normalfall auch nicht wirklich viel.

Gruß,
Norbert
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Antwort #12 - 27.07.2007 um 08:04:28
 
HI, kann mich Norbert nur anschließen. Für Dt. Verh. wird es bei der NE mit A2 Deutschkenntnissen sicher keine Probleme geben.

Übrigens steht auf der Bestätigung des I- Kurse bei meiner Frau tatsächlich nur "teilgenommen an 600 h vonxxx -xxx"

Allerdings kann Dein Mann die B1 Prüfung auch später noch machen, einmal übernimmt die BAMF die Kosten dafür. Wenn also jetzt offensichtlich die Kenntnisse noch nicht reichen, laß Ihn die Prüfung einfach später machen

Grüße
Jetflyer
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Antwort #13 - 27.07.2007 um 10:22:39
 
Hallo,

jetzt muss ich mich doch hier auch mal einklinken - da dieses ja auch auf uns zu kommt. Mein Mann hat bereits einen Arbeitsvertrag und wir reisen hoffentlich naechsten Monat nach Deutschland. WIe sieht es dann mit dem Integrationskurs aus??? Wie soll er das denn mit einer geregelten Arbeit verbinden? Na das sind ja gute Voraussetzungen fuer einen Start in einem neuen Job. Hat jemand einen Rat??

Liebe Gruesse aus Aegypten.
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Antwort #14 - 27.07.2007 um 10:43:25
 
Familykhalil schrieb am 27.07.2007 um 10:22:39:
WIe sieht es dann mit dem Integrationskurs aus??? Wie soll er das denn mit einer geregelten Arbeit verbinden?


Siehe § 44a IntV oder er muß sich einen Träger suchen, der auch Kurse außerhalb der normalen Arbeitszeit anbietet (Wochenende oder am Abend).

trixie
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