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Was hat ein Asylant durchgemacht ??? (Gelesen: 3.296 mal)
Zuzi
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15.02.2005 um 13:27:58
 
Hallo an alle,

ich komme gleich zur Sache - bin selber Auslaenderin, aus einem neuen EU-Mitgliedsstaat, und seit ein paar Jahren jobbe im Sommer regelmaessig (und legal) als Studentin in Deutschland. Ich habe mich in einen meiner Kollegen verliebt und da er ein Asylant ist, angefangen, mich um dieses Thema zu interessieren.

Jetzt ist mir bewusst geworden, dass ich eigentlich ziemlich wenig ueber sein "Status" in DE weiss, und ich wuerde gerne eine Ahnung hier im Forum bekommen. Bitte versteht mich nicht falsch, ich weiss dass gewisse Angaben in seine persoenliche Sphaere gehoeren, ich wuerde ihn ja gerne selber fragen, nur:

1.habe momentan keine Gelegenheit dazu da ich zu Hause bin,
2. er beherscht die deutsche Sprache nicht gut genug um mir so komplizierte Sachen erklaeren zu koennen,
3. vielleicht weiss er selber recht wenig ueber die ganzen Vorschriften. Als er nach DE kam, hat er das sehr wahrscheinlich alles nach den Angaben von seinen Landsleuten, die schon in DE waren, gemacht.

Ich weiss dass hier im Forum Leute taetig sind, die auch mit Asylanten taeglich im Kontakt sind, und ich habe mir gedacht, dass ich hier etwas ueber die Hintergruende seines Asyl vielleicht erfahren konnte, so im allgemein.

Also - er ist fast 24 Jahre alt und vor fast 4 Jahren nach Deutschland eingereist. Seine Eltern und einige Geschwister leben noch im Irak, zwei seiner Brueder sind ebenso in Deutschland. Er kommt aus dem Norden Iraks und ist kein Moslim, sondern Christe. Vielleicht war diese Tatsache auch der Grund, wieso ihm Asyl gewaehrt wurde ???

Ich hatte bis jetzt immer den Eindruck, dass so junge Menschen nur dann Asyl bekommen, wenn sie mit der Familie einreisen... mit welcher Begruendung ist es wahrscheinlich, dass sein Asylantrag bewilligt wurde ???

So weit ich weiss ist er seitdem nie auf Sozialhilfe angewiesen gewesen, er arbeitet seit 2 Jahren in der Gastronomie, und nicht so lange her hat ihm sein Chef einen unbefristeten Arbeitsvertrag angeboten, da er mit ihm sehr zufrieden ist.

Er hat mir das letzte Mal wo wir uns getroffen haben, seinen "Pass" gezeigt, und auf seiner Aufenthaltserlaubnis (jetzt weiss ich nicht mehr genau ob das ein E, oder Befugnis war, wenn das was ausmacht) habe ich erschrocken gesehen, "befristet bis 23/9/05".

Ich weiss ich bewege mich hier tief in der Theorie, aber - was kann ihm dann erwarten ??? Ich lese so oft ueber Abschiebungen in Faellen wo dazu eigentlich gar nicht kommen sollte... ich bin ein bisschen beruhigt dadurch dass er jetzt eine unbefristete Arbeitsbeschaeftigung ausuebt, aber vielleicht reicht das nicht, um seinen Aufenthalt  in DE (es geht uebrigens um Bayern) problemlos verlaengern zu koennen ???

Ich frage das alles weil ich denke er will in Deutschland bleiben, kennt sich aber nicht so gut in den Gesetzen aus, und ich will nicht, dass er irgendeine Chance verpasst, seine Situation positiv zu beeinflussen. Und schon gar nicht moechte ich, dass er eines Tages DE ploetzlich verlassen muss, wenn er das selber nicht will.

Ich hoffe ich habe mich einigermassen verstaendlich ausgedrueckt  ??? und jemand mir hilft, mir ein Bild von der ganzen Situation zu machen.

MfG,
Zuzi.
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ronny
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Antwort #1 - 15.02.2005 um 13:39:24
 
Hallo Zuzi,

da du ja noch lernen willst ein Anfang:

Zitat:
Asylant
gibt es nicht. Sorry. Der Begriff ist auch durch negative Berichterstaatung und andere Zeitgenossen ins un"rechte" Licht gesetzt.  Zwinkernd

Begrifflich sind zwei Unterscheidungen zu treffen:

Asylbewerber (über seinen Antrag wurde noch nicht entschieden)

Asylberechtigter (seinem Wunsch nach politischem Asyl wurde stattgegeben).

Weitere Auskünfte zu deinem Bekannten wirst du erst konkret erhalten können, wenn dir der Aufenthaltstitel bekannt ist. Zur Erläuterung kann das was oben in den §§ 1 - 12 des AufenthGesetzes bei ... steht helfen. Ggf. kannst Du ihn dann auch gezielter befragen.

Grüße
Ronny
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...      Sich täglich selber noch im Spiegel erkennen zu können, ist wichtiger als jeder Titel und jede Beförderung. -eigen-   Wenn nur noch Gehorsam gefragt ist und nicht mehr Charakter, dann geht die Wahrheit, und die Lüge kommt.                                                    Ödön von Horváth
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Zuzi
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Antwort #2 - 15.02.2005 um 13:47:43
 
Lieber Ronny,

danke fuer die Belehrung, ich lerne schnell und gerne  Zwinkernd

also ich schaeme mich fast hier Traurig fuer meine Ungewissheit und Unsicherheit, aber ich nehme an, wo er schon 4 Jahre in DE ist, ist er ein ASYLBERECHTIGTER.

Hilft das weiter ??? MfG, Z.

PS Ich glaube ich habe eine neue "Lektuere vor dem Schlafengehen" entdeckt - das Aufenthaltsgesetz !!! :roll
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ronny
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Antwort #3 - 15.02.2005 um 14:13:29
 
Zitat:
ASYLBERECHTIGTER


hallo Zuzi,

das sollte keine Belehrung sein, sorry wenns so rüberkam  Zwinkernd

Wenn er das oben wäre, hätte er einen "blauen" Reiseausweis der Bundesrepublik Deutschland.

Schau mal nach. Heute abend ist auch Chat-Abend, da kannst Du unsere ABH-Experten dann weiter fragen, oder auch hier wieder.

Viele Grüße
Ronny
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Antwort #4 - 15.02.2005 um 17:10:53
 
Den blauen Pass hat er, hab ich eben rausgekriegt (ein kurzer Anruf nach Deutschland "wie gehts? welche farbe hat dein pass??? ok danke ciao") muss ihm ein bisschen seltsam vorgekommen sein  Zwinkernd

also handelt es sich definitiv um einen Asylberechtigten... das ist natuerlich schon etwas dass ich in den Gesaetzen selber nachschauen koennte, aber trotzdem interessiert mich, wie ungefaehr es dazu kommen konnte, dass dieses Recht ihm in DE gewaehrt wurde, und auch etwas ueber seine Aussichten...

ich bedanke mich ganz herzlich bis jetzt und hoffe auf weitere Antworten. fuer den Chat-room ist mein Anliegen aber vielleicht doch zu lang.

MfG,
Zuzi.
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Mick
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Antwort #5 - 15.02.2005 um 17:46:09
 
Hallo Zuzi,
Du hast ganz oben geschrieben, dass der Aufenthaltsstatus befristet ist. Damit ist er mit Sicherheit kein Asylberechtigter. Er wird eine Aufenthaltsbefugnis haben, da er einen blauen Reiseausweis hat, wird er eine Feststellung von Abschiebungshindernissen nach dem alten
§ 51 AuslG
haben. Das ist auch ein Flüchtlingsstatus. Diese Fälle werden derzeit vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge dahingehend überprüft, ob aufgrund der geänderten Lage im Irak die Anerkennung zu widerrufen ist. Sollte ein Widerruf erfolgen und rechtskräftig werden, entscheidet die Ausländerbehörde gesondert darüber, ob auch der Aufenthalt beendet wird.


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Zitat:
Ich bin mir da aber nicht sicher aber es ist sicher 100% so.
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Antwort #6 - 15.02.2005 um 18:39:09
 
Hallo Mick,

vielen Dank fuer deine Antwort, ich weiss, dass du ein richtiger "Experte" disco bist und obwohl das nicht besonders positiv klingt was du schreibst, es wird wohl richtig sein Zwinkernd

ich befuerchte dass mein Bekannter wenig Ahnung davon hat, was ihm erwartet bzw. erwarten koennte, und deswegen lautet meine naechste Frage - was kann er alles machen, um seine Chance auf moeglichst laengeren legalen Aufenthalt in DE zu erhoehen ?
Was wird denn alles beruecksichtigt bei der Entscheidung, ob einem Aufenthalt verlaengert wird oder nicht ?
Bin ich naiv wenn ich denke dass solange ihm sein Arbeitgeber ein Arbeitsplatz verspricht und er somit nicht vom Geld vom Staat abhaengig ist, sein Aufenthalt sozusagen "sicher" ist ?

Er wird doch bestimmt auch selber was dafuer machen koennen, um sein Schicksal zu beeinflussen... und ich wuerde ihm dabei gerne helfen (ans Heiraten  :bussi denke ich da allerdings noch Zwinkernd nicht)

Danke,
Zuzi.
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Mick
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Antwort #7 - 15.02.2005 um 18:42:15
 
Hi,
im Moment gibt es keinen Rat, der wirklich Sicherheit gibt. Erstmal muss natürlich gesagt werden, dass es durchaus nicht sicher ist, dass ein Widerrufsverfahren eingeleitet wird. Sollte es doch der Fall sein, kann hier niemand die Entscheidung der ABH vorweg nehmen. Sie wird den Integrationsgrad berücksichtigen. Arbeit macht sich da immer gut. Auf der anderen Seite steht eine relativ kurze Aufenthaltszeit.
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